Buchautorin Ursula Frühe war zu Gast an der Privaten Montessorischule Neu-Ulm mit einer Lesung über das Leben mit ADHS

Neu-Ulm, 11.03, 2026

Rund 30 Eltern, Interessierte und Lehrkräfte folgten der Einladung der Montessorischule Neu-Ulm zu einer Lesung mit Ursula Frühe. Die Autorin stellte ihr Buch „Neuronengewitter – Mein Kind, seine ADHS und was uns gerettet hat” vor und teilte ihre Erfahrungen als Mutter zweier Kinder mit ADHS.

Als Kulturpädagogin gestaltete Ursula Frühe den Abend abwechslungsreich: Buchauszüge wechselten sich mit persönlichen Einblicken ab. Dabei gab es eine zentrale Botschaft: ADHS ist niemandes Schuld. „Sie wollen sich nicht nicht zusammenreißen, sie können es nicht! Diese Unterscheidung als Fakt zu akzeptieren, scheint gesellschaftlich noch schwierig”, zitiert Ursula Frühe aus ihrem Buch. „Nicht jedes Kind, das an der Supermarktkasse ausrastet, ist ein verwöhnter Tyrann.”

Dabei sprach die Autorin offen über den steinigen Weg zur Diagnose, verschiedene Therapieformen – von Medikation über Ergotherapie bis zur Psychotherapie – und die besondere Herausforderung im Teenageralter und der Pubertät. Eindringlich schilderte sie den Druck, unter dem betroffene Familien stehen: „Am meisten Kraft kostet die soziale Rechtfertigung”, erklärte sie und beschrieb typische Vorwürfe, mit denen Eltern konfrontiert werden.

Im Anschluss an die Lesung entwickelte sich noch ein intensiver Austausch. Betroffene Eltern und Lehrkräfte nutzten die Gelegenheit für Fragen und Gespräche. Dabei wurde vorallem eins deutlich: ADHS braucht mehr Aufklärung und weniger Vorurteile.

„Ich hoffe, dass die Leserinnen und Leser mitnehmen, dass ADHS niemandes Schuld ist; dass ADHSler sehr oft sehr bereichernde, charmante, lustige Menschen sind, die unser aller Leben interessanter machen”, schreibt Prof. Dr. Andreas Reif im Vorwort des Buches. Und das ist eine Botschaft, die auch an diesem Abend ankam.